Die Audi 90 Story

Der Fünfzylinder in Audis Mittelklasse

Die Wurzeln des Audi 90 liegen noch in der Mitte der 1970er Jahre, als die Audi-Ingenieure mit der Planung der zweiten Generation des Audi 80 begannen. Bereits bei den ersten Layouts des Entwicklungsauftrags EA459 berücksichtigte man die Möglichkeit, das neue Modell auch mit den Fünfzylinder-Motoren aus dem 1976 eingeführten Audi 100 Typ 43 bestücken zu können. Als der Audi 80 Typ 81 im August 1978 in Serie ging, war davon allerdings noch keine Rede. Hinter den Kulissen entstanden jedoch bereits die ersten Prototypen des neuen Audi Coupés und des Ur-Quattros. Zur Erprobung der neuen Allrad-Technologie in Verbindung mit einem Fünfzylinder-Turbo-Motor aus dem Audi 200 wurde eine Audi-80-Limousine als Technik-Träger umgebaut. Dies dürfte auch das erste Fahrzeug der Baureihe mit Fünfzylinder-Motor gewesen sein.

Audi 80 Ur-Quattro Prototyp

Erster Audi der Baureihe B2 mit Fünfzylinder-Motor dürfte der gelbe Urquattro-Prototyp A2 von 1978/79 gewesen sein

Audi 80 CD 5S

Der ab August 1981 gebaute Audi 80 CD5S war zusammen mit dem Audi 80 Quattro einer der direkten Vorläufer des Audi 90

Entwurf

Diese Audi 90 Designstudie, die Anfang 1984 in der Motorpresse erschien, orientierte sich in den Details noch stark an den Vorgängern


März 1980: Audi Quattro

Der 200 PS starke Ur-Quattro mit Fünfzylinder-Turbomotor revolutionierte mit seiner überlegenen Allrad-Technologie bekanntermaßen die Rallye-Welt in kurzer Zeit.

August 1980: Audi 80 CL5E und GL5E

Nur in Exportländer mit besonders hohen Anforderungen an das Abgasverhalten wurde, wie der Schweiz oder Schweden, wurde der Fünfzylinder-Motor in der Audi-80-Limousine in Verbindung mit einer Bosch K-Jetronic-Einspritzung angeboten.

Oktober 1980: Audi Coupé GT5S

Im Oktober 1980 war der Verkaufsstart des Audi Coupé GT 5S mit einem 115 PS starken Fünfzylinder-Vergasermotor. In der Schweiz und in Schweden gab es das Coupé als 5E mit Benzineinspritzung.

August 1981: Audi 80 CD5S

In Deutschland war der Audi 80 erstmals mit dem Fünfzylinder-Vergasermotor aus dem Audi Coupé und einer luxuriösen Ausstattung erhältlich.

März 1982: Audi Coupé GT5E

Dem Wunsch nach einem leistungsstärkeren Coupé kam Audi mit einem 130 PS starken Fünfzylinder-Triebwerk mit K-Jetronic Einspritzung nach.

August 1982: Audi 80 Quattro

Der Audi 80 Quattro hatte das Ziel, den Allradantrieb auch im Massenmarkt einzuführen. Die Kombination des 136 PS starken 5E-Motors mit Allradantrieb in einer sportlichen Limousine fand viel Zuspruch.

August 1983: Audi 80 Quattro / CD5E / Coupé GT5E 2,0

Als Spar-Quattro gab es die Allrad-Limousine mit einem 115 PS starken Fünfzylinder-Einspritzmotor, der parallel auch den Vergasermotor des Audi Coupé GT und des Audi 80 CD ersetzte. Der neue Motor galt als sehr ausgewogen und harmonisch.

Crashtest

Audi 90 Crashtest

Erlkönig

Im Januar 1984 taucht ein erstes Erlkönig-Foto in der Presse auf



Der Audi 90 kommt!


Zum Beginn des Modelljahrs 1985 machte Audi einen geschickten Schachzug. Im Rahmen des großen Facelifts zur optischen Annäherung an den aerodynamischen Audi 100 splittete man die Audi-80-Baureihe in zwei Modelle auf. Der Audi 80 wurde fortan nur noch mit 4-Zylinder-Motoren zwischen 60 und 112 PS gebaut. Die bisherigen 5-Zylinder-Modelle Audi 80 CD5E und Audi 80 Quattro fasste man unter der Bezeichnung Audi 90 zusammen. Die neue Bezeichnung machte deutlich, dass man mit dem neuen Modell auf die Lücke zwischen dem Audi 80 und dem großen Audi 100 zielte. Der 90er trat als Konkurrent gegen die größeren Modelle des 3er BMW und 190er Mercedes an, während der Audi 80 im Wettbewerb zu weniger prestigestarken Modellen wie Ford Sierra oder Opel Ascona stand. Daher bemühte man sich, den Audi 90 optisch möglichst deutlich vom Audi 80 zu trennen. Man perfektionierte dafür das bereits beim Audi 100/200 erfolgreich eingesetzten Konzepts: Breitband-Doppelscheinwerfer, Blinker und Nebelscheinwerfer in einer in Wagenfarbe lackierten Frontschürze, durchgehendes Heckleuchtenband, breite Zierleisten mit Einlagen aus gebürstetem Edelstahl, Edelstahl-Zierleisten auf den Stoßfängern. Die neuen, leicht abgeschrägten Scheinwerfer und die aerodynamischen Front- und Heckstoßstangen in Verbindung mit den verbreiterten Seitenschwellern gaben dem Audi 90 nicht nur ein bulligeres Aussehen, sondern auch noch einen günstigeren cw-Wert. So kam das 136 PS starke Top-Modell immerhin auf 200 km/h! Den neu gestalteten Vorderwagen teilte sich der Audi 90 übrigens mit dem ebenfalls überarbeiteten Audi Coupé, was viele zu der (falschen) Bezeichnung „Audi 90 Coupé“ verleitete.

Audi 80

Der Audi 80 war in seiner Grundausstattung recht karg ausgestattet.

Audi 90 front

Man legte Wert darauf, den neuen Audi 90 optisch vom Audi 80 abzugrenzen.

Audi 90 Heck

Die Heckansicht mit dem breiten Leuchtenband lehnte sich an das Topmodell Audi 200 an.


Die ursprünglich von Giorgio Giugiaro entworfene Audi-80-Karosserie wurde vom Audi-Design-Team um Hartmut Warkuss gekonnt aufgewertet. Insbesondere die Heckpartie wurde gründlich überarbeitet und an den Audi 100/200 angeglichen: Die Ladekante wurde, wie ebenfalls beim Audi 80, abgesenkt. Die Kofferraumklappe wurde anstatt wie bisher durch Federn nun mit Öldruckdämpfern offen gehalten. Mit fast 500 Litern nach VDA-Norm übrigens einer der größten Gepäckräume seiner Klasse. Die Räder hatten serienmäßig die vom Audi 100 bekannten Vollblenden oder - gegen Aufpreis - Aluminium-Speichenfelgen.

Auch der Innenraum zeigte sich luxuriös gestaltet: Mittelkonsole, Türtaschen und Türdichtungen waren mit Velours bezogen. Die Sitze in Kensington-Velours waren auf der Fahrerseite höhenverstellbar. Die Rückbank verfügte über eine ausklappbare Armlehne, und vier Rahmenkopfstützen zeugten von gediegenem Flair. Zentralverriegelung, Drehzahlmesser, Mittelkonsole, Lichtwarnsummer und neu gestaltete Schalter sowie ein hochwertig gestaltetes Armaturenbrett trugen zur Wohnlichkeit der Fahrgastzelle bei. Insgesamt verbesserte sich die Verarbeitungsqualität im Innenraum spürbar. Knarzendes Hartplastik wich hochwertigen, aufgeschäumten Kunststoffen. In der Dunkelheit wurden die Armaturen und Schalter nun in angenehm roten Licht illuminiert.

Audi 90

Auch in der Dunkelheit machte der Audi 90 einen komfortablen Eindruck

Innenraum

Selbst die Armaturentafel und Schalter waren ebenfalls eine Stufe hochwertiger als im Audi 80


Bereits in der Serienausstattung war der Audi 90 für damalige Verhältnisse gut ausgestattet. In der Einstiegsversion fehlte allerdings vielen Kunden die Servolenkung, die von den meisten gegen Aufpreis mitbestellt wurde, ebenso wie der Außenspiegel rechts. Entschied man sich für die 2,2-Liter-Motorisierung, bekam man diese Features gleich ab Werk mitgeliefert. Durch umfangreiche Liste mit aufpreispflichtigen Mehrausstattungen konnte der Käufer den Preis seines Audi 90 schnell in die Höhe treiben. So kam man bei einem gut ausgestatteten Audi 90 Quattro schnell auf einen Kaufpreis, für den man auch zwei Audi 80 bekommen konnte.

Audi 90 Produktion Rohbau

Audi 90 Rohkarosse am Beginn der Montagelinie

Audi 90 Montage

"Hochzeit" von Motor/Getriebe und Karosserie.

Audi 90 / 4000 Verladung

Verladung fertigestellter Audi 4000 für den Transport zu den Seehäfen


Die Einstiegsmotorisierung war das bereits seit 1983 aus dem Audi 80 CD5E und dem „Sparquattro“ bekannte und geschätzte 2,0 Liter Triebwerk mit 115 PS Leistung. Der angenehm abgestimmte Motor war im Audi 90 allerdings nicht mehr in Kombination mit dem Quattro-Antrieb zu haben - die Verkaufszahlen des „Sparquattros“ waren zu niedrig und der Abstand zu den neuen Audi 80 Quattro mit 90 und 112 PS starken Vierzylindermotoren zu gering. Somit blieb für den Audi 90 Quattro nur der aus dem alten Audi 80 Quattro übernommene Fünfzylinder mit 136 PS. Dieser Motor wurde für den Einsatz im Audi 90 allerdings gründlich überarbeitet. Der Hubraum wuchs von 2,1 auf 2,26 Liter und leistete nun seine 136 PS bei 5700 U/min. Erstmalig gab es im Audi 90 diesen Motor auch mit Frontantrieb.

Optisch war der Audi 90 Quattro auf den ersten Blick ein Audi 90. Äußerlich sind es nur kleine Details, durch die man den Allradler erkennen konnte. Anstelle von Zierleisten in Chrom-Optik um die Verglasung herrschte mattes schwarz vor. Diverse Quattro-Schriftzüge im Kühlergrill, am Heck und in den hinteren Dreiecksscheiben wiesen auf den Quattro-Antrieb hin. Ein besonderes Detail, das man aber meist erst auf den zweiten Blick sah, waren die zu einem „Quattro“-Schriftzug geformten unteren Heizdrähte in der Heckscheibe. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal war allerdings der in Wagenfarbe lackierte Heckspoiler und die Doppelendrohre des Audi 90 Quattro. Im Innenraum des Quattros vermittelten die serienmäßigen Sportsitze in Brighton-Gewebe ein Sitzgefühl mit gutem Seitenhalt. In der Mittelkonsole befand sich unterhalb des Radios anstelle des Ablagefachs der quattro-typische Schalter zur Betätigung der beiden Differentialsperren. Die Version der Schalter-Einheit mit den digitalen Zusatzinstrumenten für Öltemperatur und Batteriespannung war allerdings leider dem Coupé Quattro und den Audi 4000 CS Quattro vorbehalten.

Technisch war der Audi 90 Quattro in so vielen Teilen anders, als sein Zwilling mit Frontantrieb, dass der ab Werk sogar eine andere interne Typenbezeichnung trug. Audi 80, 90 und Coupé mit Frontantrieb wurden als Typ 81 bezeichnet, die Allrad-Versionen als Typ 85. Grund für diese Unterscheidung war vermutlich die geänderte Bodengruppe der Quattro-Modelle, um die Kardanwelle und die spezielle Auspuffanlage aufnehmen zu können. Sogar der Radstand der Quattro-Modelle war etwas geringer - wenn man genau hinschaut bemerkt man, dass das Hinterrad im Radkasten nicht mittig, sondern etwas nach vorne versetzt ist.

Audi 90

Der Audi 90 Quattro trug die Gene des Ur-Quattros in sich und ging in zahlreichen Vergleichstest gegen die wachsende Allrad-Konkurrenz als Sieger hervor.

Differentialsperren

Mit dem Drehschalter in der Mittelkonsole konnte man das Mittel- und Hinterachs-Differential manuell mittels Elektropneumatik sperren.

Audi 90 Quattro

Nettes Detail: Die unteren Heizdrähte der Heckscheibe bildeten einen quattro-Schriftzug, den man auch beim Blick in den Innenspiegel lesen konnte.


In Deutschland war Anfang der 80er-Jahre die Diskussion um den "Sauren Regen" und das Waldsterben aufgekommen. 1983 galten neben Schwefeloxiden die Stickoxide als zweite Ursache des schlechten Waldzustands, und hier wurde der Autoverkehr als Mitverursacher identifiziert. Im September 1984 beschloss die Bundesregierung die Einführung des Katalysators für alle Benziner. Ab 1989 war ein geregelter Katalysator Pflicht für alle neu zugelassenen Fahrzeuge mit Ottomotor. In der 5-jährigen Übergangsphase schaffte man steuerliche Anreize für den Kauf oder die Nachrüstung eines schadstoffarmen Autos. In der Übergangsphase war für Ottomotoren bis 2 Liter Hubraum ein ungeregelter Katalysator nach US-Norm, ab 2 Liter Hubraum ein geregelter Katalysator nach Euro-Norm förderungsfähig. Voraussetzung für den Betrieb der schadstoffarmen Autos war die flächendeckende Einführung von bleifreien Kraftstoffen.

Unter diesen Voraussetzungen bot Audi ab August 1985 den Audi 90 auch mit geregelten Katalysatoren an. Das 2,2 Litermodell bekam dazu anstelle der rein mechanischen K-Jetronic eine teil-elektronisch geregelte KE-Jetronic Einspritzung von Bosch. Der abgasbereinigte Motor leistete so im Audi 90 115 PS, im Audi 90 Quattro 120 PS. Diese Motoren waren bei Audi nicht wirklich neu, denn sie wurden bereits seit einigen Jahren wegen der dortigen strengeren Abgasvorschriften in den USA, Kanada und Japan eingesetzt.

Ab Februar 1986 schob Audi als weitere Option auch noch eine Katalysator-Lösung für das 2-Liter-Treibwerk nach. Hier war ein ungeregelter Katalysator mit Abgasrückführung verbaut, die Motorleistung betrug gegenüber der ungereinigten Version geringfügig reduzierte 113 PS.

Audi 90 Katalysator

Die Katalysator-Modelle des Audi 90 und Audi 90 Quattro wurden steuerlich gefördert.

Audi 90 Turbodiesel

Der Audi 90 Turbodiesel entsprach technisch dem Audi 80 Turbodiesel und galt als äußerst sparsam.


Da nach der Definition der Schadstoff-Grenzwerte 1985 auch Diesel-PKW als „bedingt schadstoffarm“ galten, kamen auch Sie in den Genuss von Steuervorteilen. Dies hatte zur Folge, dass es ab 1986 einen kleinen „Diesel-Boom“ in Deutschland gab. Audi wollte auch davon profitieren und schob im Februar 1986 den Audi 90 Turbodiesel nach - mit einem Einstiegspreis von 28.440 DM der günstigste Audi 90 - aber gleichzeitig auch die teuerste Version, einen Diesel-PKW mit Vierzylinder aus dem V.A.G-Sortiment zu fahren. Auch dieses Modell war nur für den deutschen Markt neu. In Ländern mit größerer Diesel-Akzeptanz wie Italien und Frankreich wurde der Audi 90 Turbodiesel bereits ab der Modelleinführung im Oktober 1984 angeboten. In Deutschland war der 70 PS starke Turbodiesel-Motor bereits seit 1982 im Audi 80 eingesetzt, mit dem sich der Audi 90 Turbodiesel die technische Basis teilt. Trotz der steuerlichen Förderung blieb der Audi 90 Turbodiesel eine rare Erscheinung - gerade mal 4.067 Exemplare wurden gebaut.

Bereits nach zwei Jahren, im Juli 1986, war die Zeit der Wachablösung für den Typ 81/85 gekommen. Der Nachfolger des Audi 90 vom Typ 89 ließ etwas auf sich warten und kam erst im Mai 1987, neun Monate nach dem neuen Audi 80 auf den Markt. Lediglich für die nordamerikanischen Export-Märkte wurde das ältere Modell, das dort als Audi 4000 verkauft wurde, noch bis März 1987 produziert.

Anzeige Audi 90

Werbeanzeige für den Audi 90 von 1984.

Anzeige Audi 90 Quattro

Werbeanzeige für den Audi 90 Quattro von 1985.

Anzeige Audi 90 Turbodiesel

Werbeanzeige für den Audi 90 turbodiesel von 1986.


Stückzahlen

1983

1984

1985

1986

1987

Gesamt

Audi 90 Typ 81/85 - 17.164 55.261 33.012 3.631 109.070
davon für D - 4.762 12.027 3.635 4 20.430
Export - 12.402 43.234 29.377 3.627 88.640
Quattro - 3.484 10.678 6.245 1.078 21.485
Automatik - - 15.402 12.837 550 28.789
1,6 TD - 240 2.571 1.256 - 4.067
1,8 - 6.567 19.464 14.637 2.297 42.965
2,0 - 3.848 12.773 6.030 5 22.656
2,2 2 6.509 20.453 11.089 1.329 39.382

In knapp 3 Jahren wurden immerhin insgesamt 109.070 Fahrzeuge produziert, davon nur rund 20%, nämlich 20.430 für den deutschen Markt. Die restlichen 88.640 Einheiten gingen in den Export, in erster Linie in die USA, wo sie als Audi 4000 verkauft wurden.

Die Rechnung der Vertriebsspezialisten bei Audi ist aufgegangen: durch die Aufteilung der Baureihe konnte eine Höherpositionierung und verstärkter Absatz der höherpreisigen Audi-90-Modelle erzeugt werden, während der Absatz der Topmodelle des Audi 80 (CD, GTE und Quattro) nicht eingebrochen ist. Der Audi 90 / 4000 war ein gutes Geschäft für Audi: Er machte zwar nur rund 20% der Produktion aus, brachte aber fast ein Drittel des Gewinns innerhalb Baureihe.

Audi 90 Quattro Rallye

Für die 3-Städte-Rallye 1985 stellte Audi Walter Röhrl einen fast serienmäßigen Audi 90 Quattro mit G-Kat und 120 PS zur Verfügung.

Ein Fall für zwei

Product Placement in den 80ern: Claus Theo Gärtner fuhr in der Serie "Ein Fall für zwei" als Detektiv Matula einen Audi 90 Quattro.

Audi 4000

In den USA und Kanada wurde der Audi 90 als Audi 4000 vermarktet. Die Blinker waren aufgrund der dortigen Zulassungsvorschriften wie beim Audi 80 oberhalb der Stoßstange angebracht.



Die Herkunft der 90


Eines Tages schlich an der Tankstelle ein junger Mann Anfang 20 um meinen Audi 90 Quattro herum. Er sprach mich an, als er mich als Besitzer identifizierte und meinte: "Audi 80 kenne ich, den Audi 100 auch. Aber Audi 90 hab ich noch nie gehört. - Gabs den wirklich, oder ist das'n Fake?" - Ja, den Audi 90 gabs wirklich, und zwar länger, als es die meisten Menschen glauben...

Um den Ursprung der Modellbezeichnung „90“ zu finden, muß man in der Audi-Geschichte weit zurückblättern. Eigentlich beginnt diese Geschichte auch nicht bei Audi, sondern beim Sportwagenhersteller Porsche, der 1959 in seiner Modellreihe 356 ein 90 PS starkes Spitzenmodell anbot. 90 PS waren in dieser Zeit, in der die halbe Nation mit Käfern und skurillen Rollermobilen über die bundesdeutschen Straßen knatterte, eine stolze Ansage. Um dies Spitzenposition dieses Modells deutlich zu machen, gab man ihm den Zusatz „Super 90“.

Die Auto Union stellte in dieser Zeit unter dem Namen DKW Automobile der unteren Mittelklasse her. 1964 wurde die kränkelnde Auto Union von Daimler Benz an VW verkauft. Bereits unter der Mercedes-Regie wurde auf der Basis des DKW F102 ein moderneres Auto mit Viertaktmotor entwickelt, das ab 1965 unter dem wiederbelebten Namen Audi verkauft wurde. Audi war vor dem Krieg bereits in der Auto Union der Markenname der viertaktgetriebenen Mittelklasse-Wagen. Der 72 PS starke Audi hatte zunächst keinen Namenszusatz, sondern hieß zunächst einfach nur Audi - es gab ja nur ein Modell, das hergestellt wurde.

1966 wurden vom „Ur-Audi“ unterschiedlich stark motorisierte Schwestermodelle abgeleitet. Zur Differenzierung gab man die PS-Leistung als Namenszusatz an. So gab es zum Beispiel den 80 PS starken Audi 80 und ab Modelljahr 1967 ein Luxusmodell des Ur-Audis mit 90 PS, für das man sich den Namenszusatz „Super 90“ beim oben genannten Porsche entlieh - vermutlich um die sportliche Note dieses Wagens zu unterstreichen. Immerhin sahen die Besitzer der ersten 02er BMW den Audi Super 90 nur von hinten. Der Audi Super 90 wurde von 1966 bis zum Produktionsende 1971 rund 50.000 mal gebaut.
Bis zum Erscheinen des Audi 100 im Jahr 1969 war er das Audi-Topmodell. Übrigens trug der erste Audi 100-Prototyp von 1966, den Audi-Cheftechniker Ludwig Kraus unter völliger Geheimhaltung entwickelt hatte (VW hatte ein absolutes Entwicklungsverbot für neue Modelle bei Audi verhängt), die Modellbezeichnung „Audi 90“.



Audi Super 90

Mit dem Namen Audi Super 90 wollte man in den 60er Jahren den Sportwagen-Charakter des Top-Modells unterstreichen

Porsche 356 Super 90

Der Porsche 356 Super 90 stand Pate bei der Namensgebung für den Audi Super 90

Audi 90 Typ 89

Im Mai 1987 erschien der rundliche Audi 90 Typ 89, der bis Juli 1991 produziert wurde


Ab Mitte der70er Jahre wurde in Ingolstadt der Nachfolger des ab 1972 gebauten Audi 80 Typ 82 entwickelt. Der ab August 1978 gebaute Typ 81 war 13,8 cm länger und 8,2 cm breiter als sein Vorgänger. Optisch gesehen kämpfte der Audi 80 Typ 81 eine Klasse höher als sein Vorgänger. Deshalb lag es nahe, dies durch einen neuen Namenszusatz auszudrücken. Die erwogene Bezeichnung „Audi 90“ lag zwischen dem alten Audi 80 und dem erfolgreichen größeren Audi-Modell, dem Audi 100. Aus marktstrategischen Gründen verzichtete man jedoch dann doch auf die geplante Namensänderung und blieb die Bezeichnung „Audi 80“ auch beim Typ 81.

1979 geisterten Gerüchte von einem geplanten Coupé Modell auf Basis des Audi 80 Typ 81 durch die Fachpresse, das von einigen Blättern als „Audi 90 Coupé“ angekündigt wurde.

Im Rahmen der großen Modellpflege der Typ 81/85 Baureihe im August 1984 wurden, um das Modellprogramm übersichtlicher zu gestalten und um Marktnischen besser ausfüllen zu können, die Vier- und Fünfzylindermodelle der Typ 81/85-Baureihe getrennt. Die Vierzylinder wurden weiterhin unter der Bezeichnung „Audi 80“ angeboten – für die Fünfzylinder wurde die Modellbezeichnung Audi 90 eingeführt, die sich in die bestehende Hierarchie der Audipalette bestens einfügte. Der erste Audi 90 wurde bis zum Modellwechsel im April 1987 gebaut. Beim Nachfolgemodell Typ 89 blieb die Strategie gleich: Vierzylinder wurden als Audi 80, Fünfzylinder als Audi 90 angeboten - Ausnahme blieb der vierzylindrige Turbodiesel, den man sowohl in der 80er als auch in der 90er Ausführung ordern konnte. Im August 1991 trat die vierte Generation der B-Baureihe an den Start - nunmehr wurden beide Modellbezeichnungen wieder zum Audi 80 zusammengefasst. Ab 1994 stellte Audi die Namensgebung der Modellpalette komplett um und mit dem Modellwechsel im August wurde der Audi 80 zum Audi A4.

In den USA und Kanada wurde der Audi 90 Typ 81/85 als Audi 4000 verkauft. Erst mit der Einführung des Typ 89 im Sommer 1987 übernahm man auch dort den Namen „Audi 90“. Für die amerikanische IMSA GTO Rennserie wurde der 720 PS starke Audi 90 IMSA GTO gebaut, um die Überlegenheit des Quattro-Antriebs auch auf der Straße zu demonstrieren. Die Bezeichnung „Audi 90“ hielt sich in Amerika sogar noch bei den Audi der B4-Baureihe - die in Europa nur noch als Audi 80 angeboten wurden. Erst 1994, als der A4 Einzug hielt, verschwand der Audi 90 endgültig vom Markt.

Audi 90 IMSA GTO

Der Motor des Audi 90 IMSA GTO war vom Sport Quattro S1 Pikes Peak abgeleitet und mit 720 PS das bis dahin leistungstärkste Audi-Fahrzeug.

Audi 90 B4

Mit der Einstellung des Audi 90 B4 1994 verschwand die Typenbezeichnung "Audi 90" endgültig.


Farben und Ausstattung

17 Mal die Qual der Wahl - die Farben

Das Farbprogramm für den Audi 90 des Typs 81/85 umfasste 6 Serienfarben sowie 11 aufpreispflichtige Metallic-Lackierungen. Das Farbprogramm blieb in beiden Modelljahren, in denen der Audi 90 produziert wurde, gleich. Unten aufgeführt sind die Farben mit Bezeichnung, dem jeweiligen Verkaufscode sowie der Lacknummer.

Der Aufpreis für Metallic-Lackierungen betrug 475,- DM (ca. 243,- EUR) (Stand Oktober 1984).

Die überwiegende Anzahl der Fahrzeuge wurde in Zermattsilber metallic geordert. Ebenfalls hoch in der Käufergunst waren Steingrau metallic, Saphir metallic, Khalaharibeige metallic und alpinweiss. Andere Farben, insbesondere Mangogelb, sind vor allem im heutigen Bestand selten.


Die Serienfarben:


Alpinweiß

Alpinweiß

(P1) L90E
Eisgrün

Eisgrün

(M1) LA6E
Kopenhagenblau

Kopenhagenblau

(K3) LY5B
Montanarot

Montanarot

(H5) LY8B
Tornadorot

Tornadorot

(G2) LY3D
Mangogelb

Mangogelb

(B7) LY1E

Metallic-Lackierungen gegen Mehrpreis:




Die Innenausstattungen.

Der Innenraum der Audi-90-Modelle war hochwertiger ausgestattet als beim Audi 80. So gab es im 90er bereits in der Grundausstattung hochwertige Sitzbezüge aus Savoy-Velours und Rahmenkopfstützen auch für die Fond-Passagiere.

Gegen einen Aufpreis von 816,- DM (ca. 417,- EUR) konnten Sportsitze mit Sitzbezügen aus Brighton-Gewebe geordert werden. Bei den Sportsitzen waren die Kopfstützen in die ausgeformte Rückbank integriert. Die Frontsitze des Sportgestühls besitzen stärker ausgeformte Seitenwangen für mehr Seitenhalt. Langfristig betrachtet erwiesen sich diese Stoffe jedoch nicht so haltbar wie ihre Pendants aus Velours. Typische Verschleissstelle sind die Seitenwangen der Vordersitze.

Wer bereit war, einen Aufpreis von 2647,- DM (ca. 1353,- EUR) zu zahlen, durfte auf Sitzen aus Kodiak-Leder Platz nehmen - ein Extra, das wegen des hohen Aufpreises und der bereits hochwertigen Sitze in der Grundausstattung nur selten geordert wurde. Bei den Lederausstattungen bestanden die Sitzmittelbahnen und -seitenwangen sowie der Besatz der Türverkleidungen aus echtem Leder.

Die Innenausstattung der 90er war abgestimmt auf die Aussenfarbe. So ergaben sich die Kombinationsmöglichkeiten, wie in der Tabelle unten aufgeführt. Armaturentafeln gab es in den drei Farben Graphit (Schwarz), Brasil (Braun) und Marine (Blau).


Serienmäßige Stoff-Sitzbezüge, Savoy-Velours



Stoff-Sitzbezüge, Brighton-Gewebe, gegen Mehrpreis (Sport-Innenausstattung)



Leder-Sitzbezüge gegen Mehrpreis (Nur in Verbindung mit Sport-Innenausstattung)



Kombinationsmöglichkeiten von Innenausstattungen und Lackfarben


Kombinationen Innenaustattung & Lacke

In der Tabelle sind die Kombinationsmöglichkeiten von Lackfarben und Innenausstattungen ersichtlich. Gewisse Kombinationen wurden ab Werk aus ästethischen Gründen nicht geliefert. Man stelle sich einen Audi 90 in der wunderschönen Farbe Lhasagrün metallic vor, mit einer Sportausstattung in der Farbe Marine... sicherlich keine geschmackvolle Kombination. Um die Kunden vor solchen "Beleidigungen für das Auge" zu schützen, ging eben nicht alles.



Die Extras. Preise von Juli 1985

Artikel

Code

Preis DM

in EUR

Schiebe- / Ausstelldach 560 875,- 447,38
Grüne Wärmeschutz-Verglasung 430 / 568 395,- 201,96
Außenspiegel rechts 528 94,- 48,06
Anhängerkupplung 208 584,- 298,59
Abnehmbare Anhängerkupplung 438 1185,- 605,88
Metallic-Lackierung - 515,- 263,31
Sport-Innenaustattung (Serie bei Quattro) 601 845,- 432,04
Elektronisches Kombiinstrument (Digitaltacho, nicht bei 2,0 l) ? 939,- 480,10
Lederaustattung, Türverkleidung Kunstleder 946 2895,- 1480,19
Lederaustattung, Türverkleidung Echtleder 79 3235,- 1654,03
Klimaanlage 573 / 188 2375,- (Quattro 2246,- DM) 1214,32
Bordcomputer (nur 2,0 l) 100 397,- 202,98
Elektrische Außenspiegel 398 / 998 423,- 216,28
Scheinwerfer-Reinigungsanlage 288 327,- 167,19
Elektrisches Schiebedach 650 1663,- 850,28
Geschwindigkeits-Regelanlage (nicht bei 2,0 l) 352 618,- 315,98
Elektrische Fensterheber 651 1485,- 759,27
Beheizbare Vordersitze 340/139 527,- (Quattro 398,- DM) 269,45
Alu-Räder 6J x 14 401 967,- 494,42
Alu-Räder 6J x 14 mit 195/60 HR14 164 1324,- 676,95
ABS (nur 2,2 l) 432 2985,- 1526,20
4 Allwetterreifen 175/70 R 14 T (bis 190 km/h, nur Quattro) - 346,- 176,91
Servolenkung (nur 2,0 l) 657 1186,- 606,39
Radioanlage alpha (Quattro mit Kurzstabantenne 448,- DM) R01 / R03 395,- 201,96
Radioanlage beta (Quattro mit Kurzstabantenne 548,- DM) R11 / R13 495,- 253,09
Radioanlage gamma (Quattro mit Kurzstabantenne 848,- DM) R22 / R24 795,- 406,48
Radioanlage delta (Quattro mit Kurzstabantenne 1248,- DM) R32 / R34 1195,- 610,99
Cassettenablage 423 46,- 23,52
Automatic-Antenne s.Radios 167,- 85,39

Zusätzlich zu diesen ab Werk angebotenen Mehrausstattungen bestand zusätzlich die Möglichkeit, über den V.A.G-Partner umfangreiches Zubehör von Votex zu bestellen.

Sitzheizung

Beheizbare Vordersitze

Elektrisches Schiebedach

Elektrisch verstellbares Schiebe- und Ausstelldach

Elektrisch verstellbare und beheizte Außenspiegel

Elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel

Alufelge

Aluminiumfelgen 6J x 14 im Speichendesign

Cassettenradio, Klimaanlage und eFH

Cassettenradio Delta, Klimaanlage und elektrische Fensterheber

Tempomat

Geschwindigkeits-Regelanlage (Tempomat) (nur bei 2,2 Liter-Modellen)

Die Technik

Audi Fünfzylindermotor

Der Audi Fünfzylinder-Motor


1974 stellte die Daimler-Benz AG den ersten Pkw-Dieselmotor mit fünf Zylindern vor, der ab 1972 im Ingenieurbüro von Ferdinand Piëch entwickelt wurde. 1976 präsentierte Audi den Audi 100 5E mit Fünfzylinder-Ottomotor, 1978 gefolgt vom Audi 100 5D mit Dieselmotor. Die Motoren waren nach den Maßstäben der damaligen Zeit erfreulich langlebig und hatten einen günstigen Leistungs- und Drehmomentverlauf.

Fünfzylinder-Reihenmotoren stehen in Sachen Laufkultur und Entfaltungscharakteristik zwischen Vier- und Sechszylinder-Reihenmotoren. Die Laufruhe ist von Natur aus besser als bei einem Vierzylinder, aber schlechter als bei einem Sechszylinder. Die freien Massenmomente erster Ordnung können mit einer zur Kurbelwelle gegenläufig rotierenden Ausgleichswelle reduziert werden; auf einen Ausgleich der Momente zweiter Ordnung wird aufgrund des technischen Aufwands verzichtet. Das charakteristische Motorengeräusch von Fünfzylinder-Reihenmotoren wird besonders durch die Zündfolge 1-2-4-5-3 als sonor und kernig empfunden. Mit ihrem rauhen, blubbernden Klang können sie V6 und V8 durchaus das Wasser reichen, während sie im Motorraum Platz sparen.

Die Fünfzylinder-Motoren von Audi haben Kultstatus erreicht. Die Fünfzylinder überzeugten nicht nur durch den erfolgreichen Einsatz im Motorsport, sondern gelten auch als besonders zuverlässig. Sie haben „Vorsprung durch Technik“ entscheidend mitgestaltet und sorgen mit ihrem charakteristischen Klang bis heute für ein emotionales Fahrerlebnis.

Technische Daten Audi 90

Audi 90 JS-Motor

Audi 90 2,0 Liter mit 85 kW (115 PS)


Der "kleine" Audi 90 mit 115 PS war das Einsteigermodell der 90er Reihe und mit über 20.000 verkauften Fahrzeugen der Bestseller. Obwohl 21 PS schwächer, wurde der 2,0 Liter-Motor vielfach als subjektiv "agiler" empfunden, als das 2,2 Liter Triebwerk mit 136 PS. Der Motor mit dem Kennbuchstaben JS gilt vielfach als ausgewogenste Version des Audi 90.

Audi 90
2,0 Liter, 85 kW (115 PS)

Technische Daten

Bauzeit 08.84 - 03.87
Motor 5-Zylinder Reihenmotor, Kennbuchst. JS (Schweiz: HP)
Hubraum 1994 ccm
Bohrung x Hub (mm) 81 x 77,4
Leistung (kW / PS) 85 / 115 bei 5400 1/min
Drehmoment (nm) 165 bei 3200 1/min
Verdichtung 10,0 : 1
Ventilsteuerung ohc, 2 Ventile pro Zylinder
Gemischaufbereitung Bosch K-Jetronic
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe (3-Gang-Automatik)
Antrieb Frontantrieb
Räder 5 1/2 J x 14
Reifen 185/60 HR 14
Bremse vorne / hinten Scheiben innenbelüftet, Trommeln
Spurweite v / h (mm) 1395 / 1420
Radstand (mm) 2.538
Maße (L x B x H (mm)) 4.465 x 1.682 x 1.365
Leergewicht (kg) 1.060
Beschleunigung 0-100 km/h 9,5 Sek. (Automatik: 11,7 Sek.)
Höchstgeschwindigkeit 187 km/h (Automatik: 181 km/h)
Verbrauch nach DIN 70030 90 km/h: 6,3 l, 120 km/h: 8,2 l, Stadtzykl. 11,4 l (Automatik: 7,4 l, 9,2 l, 11,6 l)
Stückzahl 20.092
Neupreis 1986 29.435 DM

Audi 90 KV-Motor

Audi 90 2,2 Liter mit 100 kW (136 PS)


Die 2,2-Liter-Modelle wurden serienmäßig u.a. mit Seibenbremsen hinten und serienmäßiger Servolenkung ausgeliefert - ein sinnvolles Extra, das man bei der 2-Liter-Version zusätzlich ordern musste. Gegen einen Aufpreis von 3.725,- DM war bei diesem Modell sogar das Anti-Blockier-System ABS zu bekommen.

Audi 90
2,2 Liter, 100 kW (136) PS

Technische Daten

Bauzeit 08.84 - 03.87
Motor 5-Zylinder Reihenmotor, Kennbuchst. KV (Schweiz: HY)
Hubraum 2226 ccm
Bohrung x Hub (mm) 81 x 86,4
Leistung (kW / PS) 100/136 bei 5700 1/min
Drehmoment (nm) 186 bei 3500 1/min
Verdichtung 10,0 : 1
Ventilsteuerung ohc, 2 Ventile pro Zylinder
Gemischaufbereitung Bosch K-Jetronic
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe (3-Gang-Automatik)
Antrieb Frontantrieb
Räder 5 1/2 J x 14
Reifen 185/60 HR 14
Bremse vorne / hinten Scheiben innenbelüftet, Scheiben
Spurweite v / h (mm) 1395 / 1420
Radstand (mm) 2.538
Maße (L x B x H (mm)) 4.465 x 1.682 x 1.365
Leergewicht (kg) 1.060
Beschleunigung 0-100 km/h 8,6 Sek. (10,5 Sek.)
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h (Automatik: 196 km/h)
Verbrauch nach DIN 70030 90 km/h: 6,5 l, 120 km/h: 8,4 l, Stadtzykl. 12,0 l (Automatik: 7,2 l, 9,3 l, 12,2 l)
Stückzahl 15.568
Neupreis 1986 31.960 DM

Audi 90 SK-Motor

Audi 90 2,0 Liter mit 83 kW (113 PS) und U-Kat


Um auch ein schadstoffarmes Einsteigermodell anbieten zu können, wurde ab Februar 1986 auch der 2-Liter-Motor in einer Katalysator-Variante angeboten. Hier wurde allerdings lediglich ein ungeregelter Katalysator in Verbindung mit einer Abgasrückführung verbaut.

Audi 90
2,0 Liter, 83 kW (113) PS

Technische Daten

Bauzeit 02.86 - 03.87
Motor 5-Zylinder Reihenmotor, ungeregelter Kat und Abgasrückführung, Kennbuchst. SK
Hubraum 1994 ccm
Bohrung x Hub (mm) 81 x 77,4
Leistung (kW / PS) 83/113 bei 5400 1/min
Drehmoment (nm) 165 bei 3200 1/min
Verdichtung 10,0 : 1
Ventilsteuerung ohc, 2 Ventile pro Zylinder
Gemischaufbereitung Bosch K-Jetronic
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe (3-Gang-Automatik)
Antrieb Frontantrieb
Räder 5 1/2 J x 14
Reifen 185/60 HR 14
Bremse vorne / hinten Scheiben, Trommeln
Spurweite v / h (mm) 1395 / 1420
Radstand (mm) 2.538
Maße (L x B x H (mm)) 4.465 x 1.682 x 1.365
Leergewicht (kg) 1.060
Beschleunigung 0-100 km/h 9,5 Sek. (Automatik 11,7 Sek.)
Höchstgeschwindigkeit 187 km/h (Automatik: 181 km/h)
Verbrauch nach DIN 70030 90 km/h: 6,3 l, 120 km/h: 8,2 l, Stadtzykl. 11,4 l (Automatik: 7,4 l, 9,2 l, 11,6 l)
Stückzahl 2.553
Neupreis 1986 30.735 DM

Audi 90 KX-Motor

Audi 90 2,2 Liter mit 85 kW (115 PS) und G-Kat


Zum Beginn des Modelljahrs 1986 bot Audi den 90er auch in einer schadstoffarmen Variante mit geregeltem Katalysator an. Diese Motorenversion wurde bereits in einigen Export-Versionen eingesetzt und entsprach der Euro-1-Norm. Der Käufer konnte sich seinerzeit über eine Befreiung von der KFZ-Steuer freuen.

Audi 90
2,2 Liter, 85 kW (115) PS

Technische Daten

Bauzeit 08.85 - 03.87
Motor 5-Zylinder Reihenmotor, geregelter Kat, Kennbuchst. KX
Hubraum 2226 ccm
Bohrung x Hub (mm) 81 x 86,4
Leistung (kW / PS) 85/115 bei 5500 1/min
Drehmoment (nm) 165 bei 2500 1/min
Verdichtung 8,5 : 1
Ventilsteuerung ohc, 2 Ventile pro Zylinder
Gemischaufbereitung Bosch KE-Jetronic
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe (3-Gang-Automatik)
Antrieb Frontantrieb
Räder 5 1/2 J x 14
Reifen 185/60 HR 14
Bremse vorne / hinten Scheiben innenbelüftet, Scheiben
Spurweite v / h (mm) 1395 / 1420
Radstand (mm) 2.538
Maße (L x B x H (mm)) 4.465 x 1.682 x 1.365
Leergewicht (kg) 1.060
Beschleunigung 0-100 km/h 9,5 Sek. (11,7 Sek.)
Höchstgeschwindigkeit 187 km/h (Automatik: 181 km/h)
Verbrauch nach DIN 70030 90 km/h: 6,5 l, 120 km/h: 8,4 l, Stadtzykl. 12,0 l (Automatik: 7,2 l, 9,3 l, 12,2 l)
Stückzahl 2.348
Neupreis 1986 33.660 DM

Audi 90 Turbodiesel CY

Audi 90 Turbodiesel 1,6 Liter mit 51 kW (70 PS)


Um dem einsetzenden Diesel-Boom Mitte der 80er Jahre gercht zu werden, wurde der Audi 90 ab Anfang 1986 auch mit einem 1,6 Liter Turbodiesel-Vierzylinder mit 70 PS angeboten. Wirklich neu war diese Idee nicht, denn z.B. in Italien gab es den 90 Turbodiesel bereits seit der Modelleinführung im August 1984. Die Stückzahl hielt sich bei diesem Modell in Grenzen - vor allem wohl wegen des hohen Preises...

Audi 90 Turbodiesel
1,6 Liter, 51 kW (70) PS

Technische Daten

Bauzeit 01.86 - 03.87 (in anderen Ländern bereits ab 08.84)
Motor 4-Zylinder Reihenmotor mit Turbo-Aufladung, Kennbuchst. CY
Hubraum 1588 ccm
Bohrung x Hub (mm) 76,5 x 86,4
Leistung (kW / PS) 51 / 70 bei 4500 1/min
Drehmoment (nm) 133 bei 2600 1/min
Verdichtung 23,0 : 1
Ventilsteuerung ohc, 2 Ventile pro Zylinder
Gemischaufbereitung Verteiler-Einspritzpumpe
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb Frontantrieb
Räder 5 1/2 J x 14
Reifen 185/60 HR 14
Bremse vorne / hinten Scheiben, Trommeln
Spurweite v / h (mm) 1.395 / 1.420
Radstand (mm) 2.538
Maße (L x B x H (mm)) 4.465 x 1.682 x 1.365
Leergewicht (kg) 1.020
Beschleunigung 0-100 km/h 14,4 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
Verbrauch nach DIN 70030 90 km/h: 4,5 l, 120 km/h: 6,3 l, Stadtzykl. 7,2 l
Stückzahl 4.067
Neupreis 1986 28.915 DM

Der Quattro-Antrieb


Bei Testfahrten in Skandinavien im Jahr 1977 stellte der Versuchsleiter Jörg Bensinger fest, dass das Begleitfahrzeug, mit dem er fuhr – ein allradangetriebener VW Iltis Geländewagen 75 PS – unter den winterlichen Bedingungen das weitaus schnellste Fahrzeug der Versuchsflotte war. Nach seiner Rückkehr überzeugte er Ferdinand Piëch, damals Vorstand der Fahrzeugentwicklungsabteilung bei Audi, einen Prototyp mit Fünfzylinder-Turbomotor und Allradantrieb auf Basis des Audi 80 herstellen zu lassen.

Im Februar 1979 wurde ein Prototyp einigen internationalen Journalisten in Turrach, Österreich, vorgestellt. Unter ihnen war auch Paul Frère. Zur Verfügung standen zwei winterbereifte Fahrzeuge mit Frontmotor und Heckantrieb und ein Audi 100 mit Frontmotor und Vorderradantrieb. Während Frère bei Fahrversuchen mit den Limousinen an der schneebedeckten Steigung nur etwa 150 Meter weit kam, musste er im quattro-Prototyp sogar das Gas zurücknehmen, weil die erreichte Geschwindigkeit für diese Strecke zu hoch war. Oben angekommen wendete er, fuhr zurück und wurde von dem Entwicklungsingenieur Walter Treser gefragt, ob er den Versuch noch einmal und zwar auf Winterreifen durchführen wolle…

Im März 1980 wurde der Audi quattro auf dem Genfer Auto-Salon der Öffentlichkeit präsentiert und fuhr im Rallyesport zahlreiche Titel ein. Von der Fachpresse wurde das Fahrzeug weltweit unter Verwendung zahlreicher Superlative als Sensation gefeiert. Bis 1984 setzte Audi die Vision um, den Quattro-Antrieb in jeder Modellreihe anbieten zu können. 1986 veröffentlichte Audi einen Werbefilm, in dem Rallye-Fahrer Harald Demuth einen Audi 100 quattro aus eigener Kraft eine schneebedeckte Skisprungschanze mit einer Steigung von 80 Prozent hinauffährt.

Im Audi 90 Quattro konnte man - wie bei anderen Audi Quattros dieser Jahre - das Mittlere und das Hintere der drei Differentiale manuell elektropneumatisch sperren, um noch mehr Traktion zu bekommen.

Audi Quattro-Prinzip

Technische Daten Audi 90 Quattro

Audi 90 Quattro KV

Audi 90 Quattro 2,2 Liter mit 100 kW (136 PS)


Das allradgetriebene Topmodell der 90er-Reihe unterscheidet sich in zahlreichen Details, unter anderem durch eine ander Bodengruppe und Auspuffanlage von seinen frontgetriebenen Brüdern. Innen wurden die als Typ 85 bezeichneten Quattro-Modelle serienmäßig mit Sportsitzen aus Brighton-Gewebe ausgestattet.

Audi 90 Quattro
2,2 Liter, 100 kW / 136 PS

Technische Daten

Bauzeit 08.84 - 03.87
Motor 5-Zylinder Reihenmotor, Kennbuchst. KV (Schweiz: HY)
Hubraum 2226 ccm
Bohrung x Hub (mm) 81 x 86,4
Leistung (kW / PS) 100/136 bei 5700 1/min
Drehmoment (nm) 186 bei 3500 1/min
Verdichtung 10,0 : 1
Ventilsteuerung ohc, 2 Ventile pro Zylinder
Gemischaufbereitung Bosch K-Jetronic
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe mit 2 sperrbaren Differenzialen
Antrieb Allradantrieb
Räder vorne 5 1/2 J x 14
Reifen 175/70 HR 14, 195/70 HR 14
Bremse vorne / hinten Scheiben innenbelüftet / Scheiben
Spurweite v / h (mm) 1.407 / 1.427 (MJ 1986: 1.403 / 1.424)
Radstand (mm) 2.525
Maße (L x B x H (mm)) 4.465 x 1.682 x 1.376
Leergewicht (kg) 1.200
Beschleunigung 0-100 km/h 9,0 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Verbrauch nach DIN 70030 90 km/h: 6,5 l, 120 km/h: 8,4 l, Stadtzykl. 12,0 l
Stückzahl 13.662
Neupreis 1986 40.110 DM

Audi 90 Quattro JT

Audi 90 Quattro 2,2 Liter mit 88 kW (120 PS) und G-Kat


Auch den 90 Quattro gab es ab August 1985 zusätzlich in einer schadstoffreduzierten Version mit einem geregelten Katalysator und 120 PS Leistung. Auch diese Variante entspricht dem aus dem amerikanischen Audi 4000 CS Quattro bekannten Triebwerk.

Audi 90 Quattro
2,2 Liter, 88 kW / 120 PS

Technische Daten

Bauzeit 08.85 - 03.87
Motor 5-Zylinder Reihenmotor, geregelter Kat, Kennbuchst. JT
Hubraum 2226 ccm
Bohrung x Hub (mm) 81 x 86,4
Leistung (kW / PS) 88/120 bei 5600 1/min
Drehmoment (nm) 172 bei 3400 1/min
Verdichtung 8,5 : 1
Ventilsteuerung ohc, 2 Ventile pro Zylinder
Gemischaufbereitung Bosch KE-Jetronic
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe mit 2 sperrbaren Differenzialen
Antrieb Allradantrieb
Räder 5 1/2 J x 14
Reifen 175/70 HR 14, 195/70 HR 14
Bremse vorne / hinten Scheiben innenbelüftet / Scheiben
Spurweite v / h (mm) 1.407 / 1.427 (MJ 1986: 1.403 / 1.424)
Radstand (mm) 2.525
Maße (L x B x H (mm)) 4.465 x 1.682 x 1.376
Leergewicht (kg) 1.200
Beschleunigung 0-100 km/h 9,6 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 189 km/h
Verbrauch nach DIN 70030 90 km/h: 6,5 l, 120 km/h: 8,4 l, Stadtzykl. 12,0 l
Stückzahl 7.811
Neupreis 1986 41.810 DM

Treser Hunter

Treser Hunter


Für einige arabische Scheichs konzipierte Treser den Hunter - einen auf dem Audi 90 Quattro basierenden Geländewagen für die Falkenjagd in der Wüste. Der Hunter verfügte über ein fast über die gesamte Dachfläche gehendes Faltdach, das bei einigen Fahrzeugen sogar noch die Heckscheibe umfasst. ABS gabs beim Hunter serienmäßig – kein Wunder, bei dem stolzen Preis von fast 115.000 DM ...

Treser Hunter
2,3 Liter, 118 kW (160) PS

Technische Daten

Bauzeit ca. 08.84 - 08.86
Motor 5-Zylinder Reihenmotor, Kennbuchst. KU
Hubraum 2280 ccm
Bohrung x Hub (mm) 82 x 86,4
Leistung (kW / PS) 118 / 160 bei 5700 1/min
Drehmoment (nm) 220 bei 2900 1/min
Verdichtung 10,0 : 1
Ventilsteuerung ohc, 2 Ventile pro Zylinder
Gemischaufbereitung Bosch K-Jetronic
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb Allradantrieb mit drei sperrbaren Differenzialen
Räder 210 TR x 415
Reifen 280/45 VR 415 TRX
Bremse vorne / hinten Scheiben innenbelüftet, Scheiben
Spurweite v / h (mm) 1523 / 1527
Radstand (mm) 2.525
Maße (L x B x H (mm)) 4.700 x 1.820 x 1.460
Leergewicht (kg) 1.389
Beschleunigung 0-100 km/h 10,7 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 177 km/h
Verbrauch Test AMS) 15,8 l /100 km
Stückzahl ca. 9-12 (Keine genauen Angaben bekannt)
Neupreis 1986 114.907 DM

Mehr zum Treser Hunter findet Ihr beim Treser-Club www.treser-club.de oder auf der Website von Kai Uwe www.unsere-audis.npage.de

Tipps

Der Audi 90 ist im Grunde genommen ein robustes und zuverlässiges Auto. Als letzte Entwicklungsstufe des Typ 81/85 weist er in dieser Baureihe den besten Korrosionsschutz auf. Die verwendete Blechqualität ist wesentlich besser als die der frühen Baujahre des Typ 81/85. Entgegen vielfacher Behauptungen ist der Audi 90 Typ 81/85 NICHT vollverzinkt. Aufgrund der ursprünglich gleichen Grundlage ist diese Kaufberatung größtenteils natürlich auch auf den Audi 80 und das Coupé übertragbar.

Schnittzeichnung

Das Blech

1. Kotflügel / Kotflügelaufnahmen

Rost gibt es beim Typ 81/85 an den allgemein typischen Stellen. Ab August 1983 wurden serienmäßig in den vorderen Radkästen Innenkotflügel aus Kunststoff verbaut. Somit sind Schwachpunkte früher Modelle - Kotflügel, Kotflügelaufnahmen, der vordere Bereich der Schweller und A-Säule - im Bereich des Vorderwagens deutlich weniger von Lochfraß betroffen. Was aber nicht heißt, dass man diesen Bereich nicht trotzdem checken sollte. Der Kantenrost der frühen Modelle ist beim Audi 90 ebenfalls deutlich reduziert. Insbesondere an der Innenseite der Motorhabe im vorderen Bereich war bei den Baujahren 1978 bis 81 die „braune Pest“ zu finden.

2. Spritzwand

Der Audi 90 besitzt eine hydraulische Kupplung. An der Spritzwand im Motorraum sitzt der Geberzylinder. Im Laufe der Jahre ermüdet das Blech oft und es bildet sich ein Riss in der Spritzwand. Durch diese Ermüdungserscheinungen können auch Schwierigkeiten bei der Kupplungsbetätigung entstehen.

3. Windschutzscheibenrahmen

Ein wichtiger Checkpoint bei allen Typ 81/85 ist der Rahmen um die Windschutzscheibe. In den Ecken sammelt sich unter der Dichtung Feuchtigkeit, die das Blech im Verborgenen oxydieren lässt. Sieht man von außen bereits erste Bläschen, ist der Rahmen in der Regel schon durch. Aber selbst wenn äußerlich nichts zu erkennen ist, gammelt es unter der Dichtung oft schon. Es lohnt sich also, die Dichtung in den Ecken etwas Anzug´heben, um mal darunter zu sehen. Eine Reparatur in dem Bereich ist aufwendig, da an der Stelle drei Bleche zusammenstoßen.

4. Schiebedach / A-Säule

Bei geöffneten Vordertüren sollte man einen Blick auf die A-Säulen werfen. Bei Fahrzeugen mit Schiebedach können die Abläufe verstopft oder defekt sein und hier für ein Feuchtbiotop sorgen. Zudem sollte man dann auch gleich mal das Schiebedach öffnen und auf Funktion und Leichtgängigkeit testen. Wenn dann bei einem Blick hin den Schiebedachrahmen keine Bläschen zu sehen sind,ist hier schon mal alles in Ordnung. Selten und meist nur bei extrem ungepflegten Limousinen rosten die C-Säulen im Bereich der kleinen Blende für die Zwangsentlüftung.

5. Wagenheberaufnahmen, Schweller und Türen

Die Türunterkanten sollte man wie bei allen Fahrzeugbegutachtungen checken, ebenso wie die Schweller. Beim Audi 90 und den Facelift-Coupés ist das allerdings nicht so einfach, da sie unter lackierten Kunststoffverbreiterungen versteckt sind - die wenigsten Fahrzeugverkäufer werden Verständnis haben, wenn man diesen Bereich bei der Begutachtung zerlegt. Allerdings sind die Schweller durch die Kunststoffabdeckungen auch wesentlich besser gegen Spritzwasser geschützt. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten - bei den Modellen mit Schwellenverkleidungen sollte man auf jeden Fall den Bereich um die Wagenheberaufnahmen begutachten! Diese bestehen aus aufgeschraubten und verklebten Kunststoffblöcken. Das Blech darunter ist ungeschützt - und rostet gut und gerne!

Korrosion A-Säule

A-Säulen korrodieren gelegentlich durch verstopfte Schiebedachabläufe.

Korrosion Windschutzscheibenrahmen

Der Klassiker bei VW und Audi aus den 70er/80er Jahren: Unter der Windschutzscheibendichtung zersetzt der Rost das Blech im Verborgenen. Hier sah man von außen noch nichts.

Rost unter Kofferraumdichtung

Häufig findet man Rost unter der Kofferraumdichtung. Diese ist nur aufgesteckt und schnell zur Überprüfung demontiert.


6. Radläufe hinten

Die hinteren Radläufe korrodieren gerne durch beginnenden Kantenrost - oder durch Parkrempler, die insbesondere bei Fahrzeugen mit älteren Vorbesitzern häufiger anzutreffen sind. Bei den Audis ab Modelljahr 1986 wurde übrigens im unteren Bereich eine Steinschlag-Schutzfolie aufgeklebt. Fehlt diese, ist das Fahrzeug entweder älter oder es wurde möglicherweise schon mal nachlackiert.

7. Kofferraumboden

Das Heckblech sollte wegen eventueller Vorschäden überprüft werden. Auf dem Steg zwischen Rückleuchten und Stoßstangen sind links und rechts am Übergang zu den Seitenteilen Sicken - fehlen diese, wurde schon mal nachgearbeitet. Der Kofferraumboden ist einer der Schwachpunkte des Typ 81. Es dürfte kaum Exemplare geben, die hier keine Korrosion haben. Insbesondere der Bereich um die Abschleppöse ist betroffen. In Extremfällen rostet diese sogar komplett ab! Die Feuchtigkeit tritt meist durch nicht ordentlich abgedichtete Rückleuchten ein, auch poröse Schloßdichtungen und plattgedrückte Deckeldichtungen begünstigen Feuchtigkeitseinbruch. Wenn dann noch die originale Antenne durch ein mehr schlecht als recht passendes Baumarkt-Exemplar ersetzt wurde, ist das Dauer-Feuchtbiotop unter der Kofferraumverkleidung komplett, unter der Nässe kaum je die Chance hat, zu trocknen. Diese Verkleidung kann übrigens nicht "mal eben" kurzfristig herausgenommen werden, sondern bedarf der sachgerechten Demontage. Ein Blick unter die Dichtung des Kofferraumdeckels lohnt sich auch - gerade im Bereich um das Schloss gammelt es hier schon mal. Bei den an der Karosserie verschraubten Edelstahlzierleisten auf den Stoßstangen kann es gelegentlich zu Kontaktkorrosion kommen.

8. Frontblech

Das ebenfalls recht weiche Frontblech neigt - genau wie sein hinteres Penant - dazu, sich schon bei leichtem Feindkontakt zu verziehen oder häßliche Knicke zu bilden, wo sich durch abgeplatzten Lack der Rost breitmachen kann. Da das Frontblech mit der Karosserie verschweißt ist, ist der Austausch nur etwas für erfahrene Schrauber. Bei Ersatz ist darüber hinaus zu beachten, daß die Vier- und Fünfzylinderversionen des B2 unterschiedliche Frontbleche aufweisen!

9. Stoßfänger

Die Front- & Heckschürzen des 90ers verfügen unter der von außen sichtbaren Kunststoffhülle über einen Grundträger aus GFK. Auch dieser nimmt bereits kleinste Anrempler übel und neigt zu Brüchen. Die Abstände von Stoßstangenvordekante zu den umlaufenden Edelstahlleisten sollten geprüft werden. Ungleiche Abstände deuten auf frühere Feindberührung hin, da die Zierleisten direkt an der Karosserie befestigt sind. Die Front inkl. aller Zierleisten & Leuchten ist komplett identisch mit der des zeitgleich gebauten Audi Coupés. Vorsicht ist beim Ersatzteilkauf dennoch angebracht: das Audi Coupé war ab Werk auch als Vierzylinder verfügbar; dessen Frontschürze incl. der unteren, dreiteiligen Grill-Einsätze sehen denen des fünfzylindrigen Audi 90 sehr ähnlich, passen aber nicht. Die Heckschürze incl. der V2A-Leisten ist 90er-spezifisch.

Korrosion Kofferraumboden

Unter der Kunststoffverkleidung des Kofferraums gammelt es gern im verborgenen.

Korrosion Abschleppöse

Im schlimmsten Fall fault die Abschleppöse einfach ab.

Zerkratzte Stoßstange

Durch Parkrempler zerkratzte Stoßstangen sind ärgerlich. Neuteile gibt es nicht mehr.


Motor, Getriebe & Fahrwerk

10. Motor

Der Fünfzylinder-Motor ist gilt als anspruchslos und robust. Laufleistungen weit jenseits der 300000 km sind bei guter Pflege kein Problem. Bei höheren Laufleistungen ist der Motor jedoch für seinen mitunter großen Öldurst berüchtigt. 1 Liter auf 1000 km gilt als noch hinnehmbar. Sollte sich unter das typische Fünfzylinderblubbern ein Klappern im Leerlauf mischen, deutet dies meist auf defekte Hydrostößel hin. Nach längeren Standzeiten kann dieses Geräusch ebenfalls auftreten; es sollte jedoch nach einer kurzen Warmlaufphase vorbei sein, wenn die Stößel wieder ausreichend mit Öl versorgt sind.

Der Fünfzylinder ist wegen seiner Einbaulage ein "heißer" Motor. Die Temperatur steigt schnell an und das hoffentlich ordentlich arbeitende Kühlsystem und der Ventilator sind ziemlich beschäftigt, sie auf einem erträglichem Niveau zu halten. Einen Blick sollte man auf die Zylinderkopfdichtung haben - Wasser im Öl oder Öl im Wasser sind die bekannten Merkmale. Ölverlust am oberen Motorblock deutet auf eine defekte Ventildeckeldichtung hin.

Insbesondere bei den Quattro-Modellen mit dem dreiflutigen Abgaskrümmer bilden sich häufig Risse. Leider gibt es hier keinen Ersatz mehr von Audi und rissfreie oder instandgesetzte dreiflutige Krümmer sind als Tuningmaßnahme wegen des besseren Klangs beliebt und gesucht - und teuer.

Die Kraftstoffmengenteiler der Bosch K-/KE-Jetronic sind in der Regel unauffällig. Lange Standzeiten nehmen sie allerdings übel. Durch verharzte Kraftstoffrückstände oder Wasseranteile im Kraftstoff kann sich der Steuerkolben festsetzen oder die abdichtende Stahlmembran zwischen Ober- und Unterteil auflösen. Bosch bietet Überholungen an, die Preise dafür bewegen sich jedoch im vierstelligen Bereich.

Fünfzylinder-Motor

Die Fünfzylindermotoren gelten als robust und langlebig - entsprechende Pflege vorausgesetzt.

Mengenteilen K-Jetronic

Die Bosch K-Jetronik ist ein Wunderwerk der Präzision und nimmt längere Standzeiten übel.

Gummilager Pedal

Die Gummilager des Gaspedals lösen sich im Alter auf - auf jeden Fall sollte man den Zustand prüfen und die Teile vorsorglich tauschen.

11. Getriebe

Das Audi-Fünfganggetriebe der Typ-81/85-Reihe war schon vom Werk ab immer ein wenig hakelig (besonders zwischen erstem und zweitem Gang und beim Einlegen des Rückwärtsganges), gilt aber allgemein als unproblematisch.

Automatikgetriebe sollten in jedem Fall bei einer Probefahrt auf einwandfreie Funktion und eventuelle Nebengeräusche überprüft werden. Audi schreibt einen regelmäßigen Wechsel (ca. alle 60 Tkm) der ATF (Automatic Transmission Fluid) vor. Dies sollte immer komplett, also inklusive Sieb und dem Öl im Wandler, gemacht werden. Es sollte unbedingt ATFII verwendet werden; dies erkennt man an der roten Farbe. Gerne wird in den Werkstätten stattdessen ATFIII (gelb) der neueren Getriebe benutzt - dies führt jedoch zu Undichtigkeiten! Leider wurde diese Wartungsintervalle oft „vergessen“ und viele Automatikgetriebe hat dadurch der Tod ereilt.

Bei Quattro-Modellen sollte geprüft werden, ob sich die Differentialsperren ein- und abschalten lassen. Falls das nicht gehen sollte, ist das Unterdrucksystem undicht. Meist hat sich dann eine der beiden Unterdruckdosen verabschiedet. Das Mittellager der Kardanwelle neigt im Alter zur Ermüdung, was zur folge hat, dass die Kardanwelle bei härteren Schaltvorgängen ruckt. Am Hinterachsdifferential kann es schon mal durch einen defekten Simmering zu Ölfeuchte kommen.

12. Fahrwerk

Die vorderen Stoßdämpfer leiden mitunter unter dem hohen Gewicht des Fünfzylinder-Motors und verschleissen entsprechend. Eine "trampelnde" Fahrweise kündigt verschlissene Querlenker-Gummilager an, polternde Geräusche werden verursacht durch die Domlager, die ebenfalls gerne unter dem Druck des Fünfzylinders den Dienst quittieren. Die Gummilager des Fahrschemels sollten sowieso nach über 30 Jahren im Einsatz erneuert werden, wenn es noch die ersten sein sollten. Gummi altert auch unabhängig von der Fahrleistung und härtet aus. Eine Überholung lohnt sich also und wird mit einem ruhigen und angenehmeren Fahrkomfort belohnt.

13. Pedalerie

Eine bekannte und nicht ganz ungefährliche Schwachstelle beim B2 ist die Buchse des Tilgergewichts/Gaszugs. Dieses Teil ist nach 30 Jahren entweder kurz vorm Zerbröseln - oder bereits neu; man sollte es auf jeden Fall schnellstmöglich prüfen und ggf. ersetzen! Die Buchse sitzt am oberen Ende des Gaspedals und besteht aus Moosgummi, welches die unangenehme Eigenschaft hat, sich über die Jahre in klebrige Brösel zu verwandeln. Dies ist keine Frage der Laufleistung, sondern des Alters! Im ungünstigsten Fall rutscht das Ende des Gaszuges während der Fahrt aus der Öse des Gaspedals - das dann haltlos aufs Bodenblech fällt, respektive der Motor in den Leerlauf.

Zierteile, Beleuchtung & Interieur

14. Beleuchtung

Die Halogen-Doppelscheinwerfer des Audi 90 /Coupé geben eine hervorragende Ausleuchtung der Straße. Leider neigen die Reflektoren im Alter zum Erblinden, diese können jedoch z.B. neu beschichtet werden. Tipps und Adressen dazu findet man in den einschlägigen Foren. Ersatzscheinwerfer sind inzwischen gesucht und teuer. Es sind übrigens verschiedene Scheinwerfer verbaut worden: Cibie und Hella; ein Blick auf das Scheinwerferglas verschafft Klarheit. Hinsichtlich der Ersatzteile bekommt man für die Cibie-Version eher etwas bei Audi als für die Hella-Pendants.

Das durchgehende Leuchtenband des 90ers auf der Kofferraumklappe ist meist durch unsachgemäßes "Aufreissen" des Kofferraums gerissen. Neuer Ersatz ist so gut wie nicht mehr zu bekommen, gebrauchte ohne Riss sind ebenfalls sehr selten zu finden. Die Rückleuchten selbst sind unproblematisch - sie sind mit denen des Audi 80 und des Audi 100 Avant identisch.

Eine konstruktive Schwachstelle ist der Kabelbaum für die Elektrik der Heckklappe: durch die Bewegung der Kofferraumdeckels ermüden die Kabel häufig und brechen ganz oder teilweise. Diese Stelle wurde bei vielen Fahrzeugen bereits oft unprofessionell behoben.

15. Zierleisten

Die breiten Kunststoff-Zierleisten der Facelift-Modelle sind auf das Blech aufgeklebt. Man wollte auf Bohrungen für Clips verzichten um Rost vorzubeugen. Und hat sich somit eine neue Problemstelle geschaffen. In den Zierleisten sind Blechstreifen vergossen, die im Alter korrodieren und sich aufwölben. In Extremfällen reisst der Rost den Kunststoff sogar von innen auf. Die Leisten lassen sich nur schwer ohne Verformung demontieren - danach sind sie eigentlich nicht mehr für eine Wiedermontage geeignet. Neue Leisten sind bei Audi bereits vor vielen Jahren entfallen und - wenn noch mal eine auftauchen sollte - wird sie meist mit Gold aufgewogen. Im Forum www.die-urgewalt.de findet zur Zeit (2017) jedoch eine privat initiierte Nachfertigungsaktion statt.

Die Kunststoff-Zierleisten in den Dichtungen der Front- und Heckscheiben werden im Alter matt und schrumpfen durch Einwirkung von UV-Strahlen. Ersatz gibt es leider scho seite Jahren nicht mehr. Wer Glück hat, kann die seltenen verchromten Metalleisten der bis Dezember 1980 gebauten Typ 81 ergattern. Für den Wechsel müssen die Scheiben augebaut werden.

Die äußeren Fensterschachtleisten sind bei mittlerweile allen Audis der B2-Baureihe entweder bereits erneuert - oder völlig ausgehärtet. Da sie lange Zeit nicht lieferbar waren und Weglassen keine Option ist, neigen die steinharten Teile dazu, die Seitenscheiben beim hoch- und herunterkurbeln irreparabel zu zerkratzen. Die Leisten sind inzwischen wieder bei Audi Traddition als Reproduktion verfügbar.

Zierleisten

Der Blechstreifen in den Zierleisten quillt mit den Jahren auf - für eine Demontage und spätere Wiedermontage sind die Leisten eigentlich unbrauchbar. Neuteile gibt es nicht mehr.

Seitenwange Fahrersitz

Die Seitenwangen sind insbesondere bei den Sportsitzen durch häufiges "drüberrutschen" aufgescheuert. Solche Schäden an den Velourssitzen sind eher die Ausnahme.

Gerissene Heckblende

Das markante durchgehende Leuchtenband bricht häufig durch unsachgemäßes Öffnen des Kofferraums.


16. Das Interieur

Die vorderen Türdichtungen sind oft durch häufiges Ein- und Aussteigen beschädigt. Die Türdichtungen tragen innen den Veloursstoff der Inneneinrichtung - und es gibt sie nur für den Audi 90! Klarer Fall, dass man sie beim VW- oder Audihändler nicht mehr bekommt… Apropos Interieur: Die Veloursstoffe des Audi 90 neigen unter Sonneneinstrahlung zum Ausbleichen, gerade bei Fahrzeugen ohne die schützende grüne Wärmeschutzverglasung. Hier hat man großes Glück, wenn der Vorbesitzer die Polster unter Schonbezügen versteckt hat. Die Stoff-Sitzbezüge aus Brighton-Gewebe sind leider nicht besonders haltbar und verschleissen gerne im Bereich der Seitenwangen der Sportsitze. Bei Leder-Ausstattungen können neben den alterungsbedingten Veränderungen schon mal einzelne Nähte aufgehen, sie gelten aber gemeinhin als robust. Die Befestigungsösen der vorderen Ablagetaschen an den Türen sind wegen Materialermüdung fast immer ausgebrochen. Gerissene Armaturentafeln sind bei den Fachlift-Modellen eher die Ausnahme als die Regel - im Gegensatz zu den Baujahren vor 1984.

17. Extras

Alle elektronischen Helferlein sollten auf einwandfreie Funktion getestet werden. Diese Extra-Ausstattungen wurden in Deutschland eher selten bestellt. Ersatzteile seitens Audi gibt es kaum noch und gebraucht bekommt man auch fast nichts mehr… und falls doch: teuer!

Fazit

Die Audi 90 Typ 81/85 haben inzwischen das Oldtimer-Alter erreicht. In Deutschland sind laut Kraftfahrtbundesamt Stand 2016 weniger als 500 Audi 90 Typ 81/85 zugelassen. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Suche nach einem brauchbaren Exemplar. Gute Autos geringen Laufleistungen sind selten aufzutreiben oder bereits in Liebhaberhand. Die Laufleistung sollte jedoch nicht ausschlaggebend für den Kauf sein, sondern der allgemeine Zustand, speziell der des Blechs.

Beim Kauf sollte man prüfen, ob das Fahrzeug original und komplett ist, da die Suche nach seltenen und gesuchten Teilen langwierig sein kann. Die Historie und die Laufleistung sollten anhand von Rechnungen, Serviceheft u.ä. belegt werden können. Von verbastelten, getunten oder "verheizten" 90ern läßt man besser die Finger, da sich ein Neuaufbau in der Regel nicht rechnet. Das bessere Auto ist immer der bessere Kauf.

Wertentwicklung Audi 90 (in Euro)

Preisentwicklung Audi 90


Die Preise für gute Audi 90 zogen in letzter Zeit an, nachdem die Fahrzeuge vorher stark unterbewertet waren. Der Effekt dürfte zum Teil auch auf der Tatsache beruhen, dass der Audi 90 inzwischen das Oldtimer-Alter erreicht hat. Die nebenstehende Grafik zeigt die Entwicklung der ClassicData-Bewertungen für die Zustandsnote 2. Das entspricht dem Zustand eines Autos nach ca. 1-2 Jahren im Alltagsbetrieb. Die Mehrzahl der angebotenen Fahrzeuge dürfte sich allerdings im Bereich der Zustandsnoten 3-4 bewegen.

Insbesondere gute Quattro-Modelle sind selten und teuer geworden. Durch den rasanten Wertzuwachs des Urquattros und des fünzylindrigen Audi 80 Quattro sind inzwischen auch die Preise für den Audi 90 Quattro kräftig gestiegen. Hier ist die Situation inzwischen sogar so, dass man für Restaurationsobjekte mehrere tausend Euro auf den Tisch legt.


Die Quattro-Modelle sind besonders selten und begehrt. Im Sog des Ur-Quattros und des Audi 80 Quattro mit Fünfzylinder-Motor wurden auch die Preise des Audi 90 Quattro in den letzten Jahren stark nach oben gezogen. Gute Exemplare sind inzwischen nur noch für fünfstellige Beträge zu bekommen.

Im Gegensatz zum Coupé mußte der Audi 90 zwar meist nicht alle Tuning-Exzesse der 90er Jahre mitmachen, dafür wurden die Autos, als sie das Alter normaler "Verbrauchtwagen" durchliefen, von Dritt- bis Fünftbesitzern meist wenig geschont und sammelten in dieser Zeit teils erheblichen Wartungsstau an, oft in Verbindung mit vielen "zeitwertgerechten" Reparaturen -sprich: Pfusch. Noch dazu waren die Quattro-Modelle "dank" ihres größeren Durstes und der komplexen Allradtechnik als Gebrauchte zeitweise recht unbeliebt, viele wurden als Winterautos oder Zugfahrzeug "zu Ende" gefahren.

Die teils schwierige Ersatzteilsituation und vermeintliche Seltenheit mancher Teile hat in den letzten Jahren dazu geführt, daß einige "falsche Fans" vorhandene Teilebestände komplett aufgekauft haben, ohne selbst Bedarf zu haben, um sie dann nach kurzer Zeit "tröpfchenweise" im Internet feilzubieten - natürlich für ein Vielfaches des ursprünglichen Neupreises. Man sollte grundsätzlich skeptisch sein bei Anbietern, die gleich mehrere Teile neu anbieten und diese mit Artikelbeschreibungen versehen, die suggerieren, daß dies die letzte Möglichkeit sei, an ein Teil zu kommen, da es beim Händler angeblich schon längst ersatzlos entfallen sei.

Grundsätzlich sollte man immer zuerst die Ersatzteilnummer des benötigten Bauteils recherchieren, dann diese beim lokalen Audihändler anfragen. Sollte dies nicht zum Erfolg führen, ist als nächstes die Prüfung bei VW Classic Parts und Audi Tradition angebracht. Hier können Teilenummern auch online recherchiert werden. Auch eine Web-Suche kann manchmal unerwartete, neue Teilequellen oder Alternativen aufzeigen.

Die Versorgung mit Technik-Teilen ist (noch) relativ gut, auch wenn sich der Preis für Original-Audi-Teile auf hohem Niveau bewegt. Viele Teile aus dem Internet & Zubehör locken mit niedrigen Preisen, aber meist miserabler Qualität. Mit etwas Suche & Support aus den einschlägigen Foren & Clubs finden sich aber auch Alternativen in guter Qualität.

Bestandszahlen Audi 90

Modell

Schl.-Nr.

2003

2007

2011

2013

2016

A80/A90 2,0 (JS) 0591/343 658 272 93 66 70
A90 2,0 (JS) 0588/306 1.167 473 148 112 101
A90 2,2 (KV) 0591/413 223 111 36 30 26
A90 2,2 (KV) 0588/307 624 273 98 73 65
A90Q 2,2 (KV) 0591/351 209 83 33 28 31
A90Q 2,2 (KV) 0588/315 428 198 75 72 61
A80/90TD (CY) 0588/303 1.564 520 129 54 57
A90 2,0 (SK) 0588/370 21 10 2 1 2
A90 2,2 (KX) 0588/349 397 181 69 55 41
A90Q 2,2 (JT) 0588/351 115 65 25 16 11
A90Q 2,0 (NM) 0588/411 1 - - - -

Bei den Schlüsselnummern gibt es zu beachten, dass die damalige Audi NSU Auto Union GmbH ab 01.01.1985 als Audi AG umfirmiert wurde. Dadurch änderte sich der bisherige Hersteller-Schlüssel 0591 auf 0588. Schlüsselnummern, die mit 0591 beginnen, geben also den Bestand der bis 31.12.1984 gebauten Fahrzeuge wieder, 0588 die ab 01.01.1985 gebauten. Beim Audi 90 Quattro mit NM Motor in der letzten Tabellenzeile handelt es sich offenbar um einen von angeblich drei produzierten Prototypen, der auf irgendeinem Weg in den Handel gelangte. Ein ebenfalls als Versuchsfahrzeug gebautes Coupé Quattro mit dem gleichen Motor tauchte vor wenigen Jahren in der Szene auf.
Die Bestandszahlen wurden von Boris Joraschky mit Unterstützung des Forums www.die-urgewalt.de zusammengetragen. Weitere Bestandszahlen des Typs 81/85 sind auf seiner Website www.joraschky.de zu finden.

Hilfreiche Links

  • typ8185ig.de
  • Die Typ 81/85 Interessengemeinschaft mit informativer Website und Wissensdatenbank

  • www.die-urgewalt.de
  • Das größte Forum zum Typ 81/85 - hier werden Sie geholfen! :-)

  • trshop.audi.de
  • Der Online-Shop der Audi Tradition - für den Fall, dass der Audi-Händler nicht mehr weiterhelfen kann

  • www.vw-classicparts.de
  • Der freundliche Teiledienst mit Online-Abfrage für alte VW- und Audi-Teile

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    Johannes van Hamme, Hans-Peter Oehl, Boris Joraschky, Nicolas Darkow, Michael Pflüger und Silvia Speicher

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