Der 90er!

Im Herbst 1984 kam es dann zum Facelift des doch arg in der Käufergunst abgesackten Audi 80. Gleichzeitig zur Annäherung an den Audi 100 wurde die Modellpalette gesplittet. Um mehr Komfort als im Audi 80 zu bieten und gleichzeitig kompaktere Fahrzeuge unterhalb des Audi 100 im Programm zu haben, wurde der Audi 90 lanciert. Als Hauptattribut diente vornehmlich der Fünfzylindermotor, der gleichzeitig mit dem Modellwechsel in der 2,2-l- Version gründlich überarbeitet wurde. Entsprechend der Verbesserungen im Vierzylinder-Bereich und im kürzlich überarbeiteten und von 1,9 l auf 2,0 l vergrößerten 115-PS-Motor, wurde der 136-PS-Antrieb optimiert. Mit 2,26 l leistete er jetzt 136 PS bei 5700 U/min.

Optisch deutlich vom Audi 80 zu unterscheiden und noch mehr an den Audi 100/200 Typ 44 angelehnt, diente die äußere Form auch noch der verbesserten Aerodynamik. So bildete die aus Thermoplast geformte Front- und Heckstoßstange zusammen mit den geklipsten Seitenschwellern nicht nur ein bulligeres Aussehen, sondern auch noch einen günstigeren cw-Wert. Schließlich kam die Topmotorisierung auf 200 km/h!

Die ursprünglich von Giorgio Giugiaro entworfene Audi-80-Karosserie wurde vom Audi-Design-Team um Hartmut Warkuss gekonnt aufgewertet: So bekam der Audi 90 der ersten Generation (nicht zu verwechseln mit dem Audi Super 90 von 1967-1972) Breitbandscheinwerfer, in die Stoßstange eingepasste Blinker und Nebelscheinwerfer. Das Heck wurde mit einer orange-roten Mittelblende à la Audi 200 gestaltet. Auf den Stoßstangen blitzte gebürstetes Nirosta und unterstrich den noblen Eindruck.

Ungleiches Brüderpaar: Der als Grundmodell recht übersichtlich ausgestattete Audi 80 wurde nach dem Facelift der Baureihe 1984 nur mit Vierzylinder-Motoren ausgeliefert...

... während die 5-Zylinder ausschließlich dem Audi 90 vorbehalten waren. Garniert wurde das ganze mit einem sportlicherem Design.

Die Räder haben die vom Audi 100 bekannten Vollblenden, die Ladekante wurde, wie beim 80er, tiefer gelegt. Die Kofferraumklappe wurde anstatt durch Federn mit Öldruckdämpfern offen gehalten. Mit fast 500 Litern nach VDA-Norm übrigens einer der größten Gepäckräume seiner Klasse.

Innen ging es ganz feudal her, Mittelkonsole, Türtaschen und Türdichtungen waren mit Velour bezogen. Die Sitze in Kensigton-Velours waren auf der Fahrerseite höhenverstellbar. Die Rückbank verfügte über eine ausklappbare Armlehne, und vier Rahmenkopfstützen zeugten von gediegenem Flair.
Drehzahlmesser, Mittelkonsole, Lichtwarnsummer und neu gestaltete Schalter sowie ein freundlicheres Armaturenbrett trugen zur Wohnlichkeit der Fahrgastzelle bei.

Für alle 2,2-l-Motoren wurde bereits ab Serienbeginn das innovative Anti-Blockier-System ABS für einen Aufpreis von fast DM 4000,- angeboten. Ebenfalls nur die großen 90er hatten bereits serienmäßig eine Servolenkung an Bord.

Die Ausstattung des Audi 90 war bereits im Grundmodell für damalige Verhältnisse recht umfangreich. Die serienmäßige Velours-Ausstattung vermittelte ein behagliches Ambiente.